Saturday, November 17, 2012

Erde, Wasser, Luft und Feuer

Vulkanausbruche haben die Menschheit schon immer fasziniert. Dass die Katastrophen trotz aller verheerenden Folgen auch betrachtliche Schauwerte besitzen, lasst sich auf zahlreichen Gemalden aus vergangenen Jahrhunderten verfolgen. Sabrina Liess, Julika Riegert und May-Britt Forster nahmen sich einen historischen Vulkanausbruch vor, namlich den des aktive Vulkans Fossa auch der Insel Vulcano nordlich von Sizilien, der sich vom August 1888 bis zum Marz 1890, also uber 20 Monate hinzog. Sie untersuchten dazu mit mikro und makroskopischen Methoden Gesteinsproben aus verschiedenen Tiefen. 

Die chemische Zusammensetzung des Materials, die Grosse der Auswurfprodukte sowie Art und Anzahl der Einschlusse in den verschiedenen Schichten lieferten ihnen Anhaltspunkte fur den Eruptionsrhythmus. Ihre Erkenntnisse tragen nicht nur dazu bei, mehr uber die Dynamik von Vulkanausbruchen zu erfahren, sondern sollen auch dabei helfen, zukunftige Ausbruche vorherzusagen. Vom Feuer ins Wasser: Mit der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel beschaftigte sich Jurgen Geist. Warum diese Muscheln meist Jung sterben, obwohl sie eigentlich bis zu 120 Jahre alt werden konnen, wollte der Student der TU Munschen wissen. Die Tiere vergraben sich wahrend eines bestimmten Entwicklungsstadiums im Boden und erscheinen erst funf Jahre spater wieder an der Sedimentoberflache. Die Gewasserbelastung, die ansonsten vielen Muscheln und anderen Flusslebewesen zu schaffen macht, kam als Ausloser fur den fruchen Muscheltod dieses Mal nicht in Frage. So wandte sich Jurgen Geist der Struktur und Zusammensetzung des Sediments zu un d entdeckte tatsachlich einen Zusammenhang zwischen der Uberalterungsrate der Perlmuschelpopulationen und den Feinkornbelastungen des Gewassers. Fur die Probenahme der Sedimente entwickelte er ubrigens ein sowohl kostengunstiges als auch gewasserschonendes Verfahren, das sich im praktischen Einsatz hervorragend bewahrte. Wie kann man die Strachlenbelastung im Alltag, z.B bei Flugreisen oder durch Rontgenauchnahmen, kompensieren? Mit diesem Problem beschaftigten sich Ulrich und Beatrice Vogel aus Hamburg. Das Geschwisterpaar entwickelte einen Radioraptor, der als eine Art Staubsauger radioaktive Partikel aus der Atemluft filtert und mit einem Messgerat ausgestattet ist, das selbst geringe Strahlenbelastungen nachweisen kann. Die Strahlenbelastung im Alltag sollte man nicht unterschatzen: Schliesslich braucht der Mensch mehrere Wochen in gereinigter Luft, um beispielweise die Strahlenexposition nach einer Rontgenaufnahme der Lunge wieder auszugleichen. 

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